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3173. falŭppa s. (lat.) „Spänchen“, „Strohfaser“ (ALLG., 9, 416
Archiv für lateinische Lexikographie und Grammatik mit Einschluß des älteren Mittellateins. Bd. 1-14. Leipzig, 1883-1908

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; ALLG., 9, 578
Archiv für lateinische Lexikographie und Grammatik mit Einschluß des älteren Mittellateins. Bd. 1-14. Leipzig, 1883-1908

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)

1.
  • Val-brozz. fropa „Rute“
  • Aost. frapa „Beisig“
  • Canav. flapa „belaubter Zweig“
  • It. frappa „Laub“, „Laubwerk“, „Baumschlag“ (in der Malerei)

Ablt.:

  • Canav. flapar „mit der Rute schlagen“
  • Bmanc. fgapé „schlagen“
  • Frz. frapper „schlagen“
  • It. frappare „Zacken schneiden“, „ausschneiden“, „ausschmücken“, „eine Erzählung ausmalen“, „faseln“, „betrügen“
  • Venez. frapolar „zerknüllen“
  • It. frappato „zerrissen“, „zerklüftet“, frappa „Zacke“, „zerkmtterte Falte“, „Fetzen“
  • Lothr. frepoi „Lumpen“
  • Frz. frapouille „Lumpenpack“, „Gesündel“, vgl. afrz. frapaille, frapin „Rüpel“
  • Prov. frapadura „ausgezackter Kleiderrand“
  • Südfrz. frapil̆á „zerknüllen“, frapat „betreffen“, „verrückt“, se frapá „bange Ahnungen haben“
  • Sp. farpado, harpado „ausgezackt“, farpa „ausgezackter Zipfel einer Fahne“
  • Pg. farpar „spitzig zuschneiden“, „zerfetzen“, farpado „in Spitzen ausgeschnitten“, „zugespitzt“, farpa „Lappen“, „Fetzon“, farpela „Kleider“

2.
  • Lucc. faloppo „Hanf, der auf dem Acker bleibt, bis der Samen ausgereift ist“
  • Tosk. falopa „halb ausgesponnener Seidenkokon“
  • Lomb. falopa „halb ausgesponnener Seidenkokon“
  • Venez. falopa „halb ausgesponnener Seidenkokon“
    • Friaul. valope, velope „halb ausgesponnener Seidenkokon“
  • Bresc. falopa „Fehler im Gewebe“
  • Piac. falopa ad nef „Sohneeflocke“
  • Ferr. falopa „Tand“
  • Neap. faloppe̥ „Wolfshaar“ (Bezeichnung einer Pflanze)
  • Tarent. faloppa „Fischbrut“
  • Lomb. falopa „Flause“, „Märchen“
  • Venez. falopa „Flause“, „Märchen“
  • Emil. falopa „Flause“, „Märchen“
    • Friaul. falope „Flause“, „Märchen“
  • Tosk. faloppa „Lüge“, „eitler Mensch“
  • Val-ses. falopa „Fehlschlag“, „Fehlwurf“
  • Pav. falop „verhedderter Faden“, „verhedderte Haare“, „verwirrter Haufen“
  • Südfrz. felupo, fulumpo „verwirrter Haufen“, „Menge“
  • Blais. fenup „Lumpen“
  • It. loppa „Balg des Korns“
  • Comask. lop „Balg von Hirse oder Reiskörnern“
  • Lomb. lopa, lop „Eisenschlacken“
  • Emil. lopa, lop „Eisenschlacken“
  • Piem. flapa „halbausgesponnener Seidenkokcn“
  • Avenez. frapa „Flause“
  • Beir. fopa „Funke“ oder dieses zu 3226?

Ablt.:

  • Lomb. falopé „Prahler“, „Lügner“
  • Mant. falopou „Prahler“, „Lügner“
  • Trient. falopou „Prahler“, „Lügner“
  • Bresc. falopá „irren“
  • Venez. infolponarse „sich vermummen“
  • Nizz. afulupá „verhüllen“
  • Südfrz. apulufá, agalupá „verhüllen“
  • Nizz. fulupun „Umhüllung“, „Windel“, „Windelhöschen“
  • Val-ses. falapin „dünne Leinwand, in welche der Käsequark eingewickelt wird“
Der hier vorliegende Begriff des Umhüllens geht wohl vom Seidenkokon aus, er liegt auch abruzz. falappe̥ „freundliche Worte, mit denen man jemand für seine Zwecke zu gewinnen sucht“, „bestricken“ zugrunde.

Mit anderem Ausgang:

Mit anderem Vokal:


3.

+volvere 9443, lat. voluculum 9435:

  • It. viluppo „Bündel“, „Wust“, „verhedderte Fäden“, „Haufen“, „Wirrwarr“, „Intrige“
  • Piem. vlup „verhedderte Fäden“, „zusammengepackte Tücher“, „Bündel“
  • Moden. vlüp „Reisig“

Mit anderem Ausgang:

  • Piem. valoska „Balg des Korns“

Ablt.:


4.
  • Afrz. frepe, ferpe „Franze“
  • Afrz. foupe „Franze“
    • It. felpa „Wollsammet“
    • Sp. felpa „Wollsammet“
    • Pg. felpa „Wollsammet“
    • Asp. ferpa „Wollsammet“
  • Frz. foupir „zerknittern“, „verschwenden“
Horning, Zs., 21, 192
Zeitschrift für romanische Philologie, begr. von Gröber, G., hrsg. von Hilka, A. Halle, 1876ff

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, Horning, Zs., 22, 484
Zeitschrift für romanische Philologie, begr. von Gröber, G., hrsg. von Hilka, A. Halle, 1876ff

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, Horning, Zs., 25, 741
Zeitschrift für romanische Philologie, begr. von Gröber, G., hrsg. von Hilka, A. Halle, 1876ff

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, Horning, Zs., 26, 328
Zeitschrift für romanische Philologie, begr. von Gröber, G., hrsg. von Hilka, A. Halle, 1876ff

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, Horning, Zs., 30, 72
Zeitschrift für romanische Philologie, begr. von Gröber, G., hrsg. von Hilka, A. Halle, 1876ff

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, Crescini, AIVen., 59, 702
Atti dell’istituto veneto di scienze, lettere ed arti

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, Nigra, AGl., 14, 365
Archivio glottologico italiano, begr. von Ascoli, G. I., hrsg. von Bartoli, M. / Goidanich, P. G. Torino, 1873ff

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Der Ursprung, die Urbedeutung und die Wanderung dieser namentlich Frankreich und Norditalien angehörenden Sippe ist unbekannt. Faluppa begegnet mit den im Kopfworte angegebenen Bedeutungen in Glossen im 10. Jh., doch läßt sich nicht sagen, ob diese Bedeutungen die ursprünglichen sind. Eine Reihe „Reis“, „Gerte“, „Schlag mit der Gerte“, „schlagen“, „zerfetzen“, andererseits „Setzreis“, „welk“, „nicht ausgewachsen“, „schlecht entwickelter Seidenkokon“ und nun „leer“, „nichtig“, wenn das Innere in Betracht gezogen wird, „Umhüllung“, wenn man das Außere Im Auge hat, ist denkbar, aber nicht zu beweisen. Die Vokale scheinen z. T. auf Umstellung: *fulappa und Assimilation: *falappa zu weisen, die -r-Formen können ihren Ausgangspunkt in der Lombardei haben. Für das -e- in afrz. frepe usw. fehlt jede Erklärung, daher die Zugehörigkeit sehr zweifelhaft ist, dasselbe gilt von afrz. friper „verschwenden“, „gierig essen“, fripaillé „zerlumpt“, fripon „Schlemmer“, „Spitzbube“, „Schurke“. Begrifflich fern steht afrz. frappe „Schlauheit“.
(Daß bei frapp- lat. drappum 2765 von Einfluß gewesen sei García de Diego, RFE., 9, 133
Revista de Filologia española director R. Menéndez Pidal. Madrid, 1914ff

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, ist für Italien formell, für Spanien begrifflich schwer verständlich; noch bedenklicher ist asp. haldraposo „zerlumpt“, galiz. farroupeiro „zerlumpt“. Neap. feleppina „trockener Wind“, „großer Hunger“ Spitzer, Hunger, 250
Spitzer, L.: Die Umschreibungen des Begriffes „Hunger“ im Italienischen. Halle, 1920

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ist bei dem sonstigen Fehlen der Sippe im Süden und der abweichenden Bedeutung wenig wahrscheinlich. Frz. frapper zu anord. hrappa „schalten“, „anfragen“ Diez, 588
Diez, F.: Etymologisches Wörterbuch der romanischen Sprachen. Mit einem Anhang von A. Scheler, 4 Ausg. Bonn, 1878

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paßt begrifflich nicht, it. loppa aus griech. lopos Diez, 381
Diez, F.: Etymologisches Wörterbuch der romanischen Sprachen. Mit einem Anhang von A. Scheler, 4 Ausg. Bonn, 1878

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ist lautlich schwierig. Frz. fripe, it. felpa zu neuisländisch hripa Diez, 590
Diez, F.: Etymologisches Wörterbuch der romanischen Sprachen. Mit einem Anhang von A. Scheler, 4 Ausg. Bonn, 1878

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passen begrifflich nicht; frz. falbala Nigra, AGl., 15, 283
Archivio glottologico italiano, begr. von Ascoli, G. I., hrsg. von Bartoli, M. / Goidanich, P. G. Torino, 1873ff

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ist im 17. Jh. von Langlée erfunden und in Anlehnung südfrz. farbello benannt Spitzer, AR., 8, 144
Archivum romanicum. Genf, 1917ff

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, Gamillscheg
Gamillscheg, E.: Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache. Heidelberg, 1928

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, wenn nicht lautmahlende Urschöpfung; friaul. flap s. 3343.)

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