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Vorwort zur dritten Auflage

Der Stoff, den ein romanisches etymologisches Wörterbuch zu verarbeiten und darzustellen hat, ist in den letzten zwanzig Jahren ins Unendliche vermehrt worden. Große Werke, wie von Wartburgs Französisches etymologisches Wörterbuch, das Glossaire des patois de la Suisse Romande für Frankreich; die «postille italiane e ladine al vocabolario etimologico romanzo» von C. Salvioni (RDR. 4, 88—106; 173—240; 5, 172—194); M. L. Wagner, das Sardische im Romanischen etymologischen Wörterbuch von Meyer-Lübke (RDR. 5, 129—139, Arch. 134, 307—390; 135, 103—120; 140, 240—246); Garbinis Antroponimie ed omonimie nel campo della zoologia popolare; Merlos Anmerkungen zu der Untersuchung von Olga Marano Testa über die Mundart von Montella (ID. 5, 95—128; 8, 87—116) für Italien; Moll, Suplement català al Diccionari romànic etimologic für das Katalanische; García de Diego, Contribución al diccionario hispánico etimológico für Spanien und eine Unmenge von Einzelarbeiten verschiedener Art, auch solche der Sachbezeichnungen, bieten eine Fülle von Material, das in einem einzigen Bande zu vereinigen nicht mehr möglich ist, besonders wenn dieser Band sich in einem Umfang halten soll, daß er nicht nur auf Universitäts-, Seminar- und ähnlichen Bibliotheken zu finden ist. Es galt also hier zu wählen und zu sichten, aber die Auswahl mußte notwendigerweise ganz subjektiv ausfallen. Wenn danach in dieser neuen Auflage mancherlei fehlt, wenn jeder auf seinem Spezialgebiet Lücken findet, so mag das z. T. an einem Übersehen meinerseits liegen, ist aber in den meisten Fällen eine bewußte Rücksicht auf die Ökonomie des Werkes. Auch auf die ungemein reiche Sammlung für Belege des Aufkommens neuer Wörter und des Absterbens alter in den spätlateinischen Texten, in Glossen usw., wie sie Bartoli AGL. 19 vorlegt, habe ich nur gelegentlich verwiesen. Sie ist für die Geschichte des lateinischen Wortschatzes von unschätzbarem Werte, gewinnt aber ihre Bedeutung nur da, nicht in einer Darstellung des romanischen Lexikons. Bemerkungen wie «focus hat ignis ganz verdrängt» habe ich gelegentlich gemacht, aber doch zumeist unterdrückt, da ja ein einfacher Blick auf den Artikel ignis das schon besagt. Wann und warum ignis untergegangen ist, hat die lateinische, nicht die romanische Sprachgeschichte zu untersuchen.

Die Etymologie, d. h. die Forschung nach dem Ursprung eines Wortes, hat sich im Laufe der Zeit zur Wortgeschichte herausgewachsen, d. h. zur Darstellung der gegenwärtigen und älteren räumlichen und zeitlichen Verbreitung eines Wortes. seiner Fähigkeit zu Ableitungen und Zusammensetzungen, also seiner Fruchtbarkeit und Lebenskraft, der Ursachen seines Unterganges und seines Ersatzes. Das alles aufzuführen kann nur die Aufgabe von Monographien sein, ein Handbuch muß sich notwendigerweise nur auf Andeutungen all dieser Dinge beschränken, sein Hauptgesichtspunkt bleibt der ursprüngliche.

Demgemäß setzt sich das vorliegende Werk zum Ziele, die wichtigeren der ungemein zahlreichen und vielfach weit zerstreuten etymologischen Untersuchungen auf dem Gebiete der romanischen Sprachen zu sammeln, kritisch zu sichten, das nach dem heutigen Standpunkte unserer Erkenntnisse Unhaltbare als solches zu kennzeichnen oder ganz der Vergessenheit zu überliefern, einzelne Probleme zu lösen oder durch richtige Fragestellung der Lösung näherzubringen, damit weiterer etymologischer Forschung als solcher und all den anderen Studien, die die Etymologie als Voraussetzung haben, eine verläßliche Grundlage bietend.

Zur Darstellung gelangt der gesamte romanische Erbwortschatz, soweit er lateinischen Ursprungs ist. Die übrigen Quellensprachen dagegen wurden im allgemeinen nur soweit herangezogen, als die von ihnen gelieferten Wörter über ein weiteres Glied verbreitet sind. Grundsätzlich weggeblieben sind danach die nichtlateinischen Elemente des Rumänischen, die jüngeren deutschen aus der deutschromanischen Sprachgrenze, auch wo sie vereinzelt in altfranzösischen Texten der Grenzgebiete begegnen, vorab die fast nicht umgestalteten in Graubünden, die slavischen in Friaul und Venezien, die griechischen in Süd- und Mittelitalien, die bretonischen in Westfrankreich, die baskischen in Südfrankreich. Ebenso sind die lateiniscben Buchwörter neueren Datums weggelassen worden, da sie, so wichtig sie für eine Geschichte des Wortschatzes sind, in einem etymologischen Wörterbuch keinen Raum beanspruchen dürfen.

Berücksichtigt sind alle romanischen Sprachen, und zwar sind im Prinzip die Formen angeführt aus Rumänisch, Vegliotisch, Italienisch, Sardisch, Engadinisch, Friaulisch, Französisch, Provenzalisch, Katalanisch, Spanisch, Portugiesisch in der hier gegebenen Reihenfolge dieser Sprachen. Die Mundarten wurden nach Maßgabe der zu Gebote stehenden Hilfsmittel überall da herangezogen, wo das Stichwort in den Grundsprachen fehlt, ferner da, wo eine mundartliche Form, sei es in der Lautentwickelung, sei es in der Bedeutung, ein gewisses Interesse beansprucht. Auch einen ungefähren Begriff von der geographischen Verbreitung der einzelnen Wörter zu geben ist, soweit es möglich war, angestrebt, aber nicbt prinzipiell durchgeführt worden. Diese Angaben über die Mundarten beziehen sich immer nur auf das Wort als solches, nicht auf die Lautform, so ist 3768a ǧoton für piem., lomb., emil., venez. angegeben, während tatsächlich piem. ǧutun zu schreiben wäre. Damit ist viel Raum gespart, ohne Schädigung für das, was die Aufgabe des Wörterbuches ist, das ja nicht die Grundlage für Lautgeschichte geben soll. Mitunter habe ich auch die mundartlichen Formen ganz weggelassen: 52 it. abbondare, siz „Überfluß bringen“, neap. „gedeihen“, was natürlich nicht heißen will, abbondare sei auch die siz., neap. Lautgestalt. Als Versehen muß es aber bezeichnet werden, wenn gleichgesprochene katalanische und provenzalische Formen nur in der provenzalischen Schreibung angeführt werden: prov., kat. casar 1662 statt prov. casar, kat. cassar.

Einen Unterschied zwischen alter und neuer Sprache habe ich natürlich beim Französischen gemacht, weniger beim Spanischen und Katalanischen, kaum beim Italienischen, da ja hier die ältere Literatur noch Allgemeingut, der formale Unterschied nicht groß ist, oft auch die Ansichten über das, was veraltet, was noch üblich sei, auseinandergehen. Provenzalisch bezieht sich zunächst auf die alte Sprache, was erst neu ist wird als Südfranzösisch bezeichnet, wenn nicht genauere Angaben gegeben werden.

Die lateinischen Wörter in den Randsprachen bei Germanen, Kelten, Albanesen, Griechen, Südslaven, Arabern und Berbern sind für die ältere Zeit tunlichst herangezogen worden, die jüngeren Entlehnungen, namentlich die zahlreichen italienischen im Albanesischen, Neugriechischen, Südslavischen, sind ganz weggeblieben, ebenso die französischen im Englischen und im Bretonischen, die spanischen und südfranzösischen im Baskischen, die französischen im Holländischen, es sei denn, daß Einzelwörter ein spezielles Interesse haben.

Die baskischen Wörter habe ich nur soweit aufgenommen als sie als Zeugen für das Bestehen in der lateinischen Volkssprache der Pyrenäen gelten können. Dazu gehören kirchliche Ausdrücke, die nach ihrer lautlichen Umgestaltung als alt betrachtet werden können wie komekatu „kommunizieren“, wogegen ich so offensichtliche Latinismen wie mirakulu weggelassen habe. Ebenso habe ich die jungen oder jüngeren Entlehnungen weggelassen aus dem Spanischen, Katalanischen, Südfranzösischen, also z. B. leitu „lesen“, das nicht legere sein kann, sondern sp. leer ist, oder dolu „Schmerz“, das sich durch die Bewahrung des -l- deutlich als jung erweist<, vgl. daneben goru „Rocken“, colus, arraga „Erdbeere“ aus bearn. arrage neben boronte fronte. Zweifelhafte, wenn auch mit großem Scharfsinn dargelegte Zusammenstellungen habe ich absichtlich unterdrückt, ebenso habe ich im Romanischen fehlende Wörter wie etwa das genannte goru oder keratu „beschleunigen“ celerare nicht gegeben. Daß die Scheidung zwischen romanischer und lateinischer Entlehnung nicht immer leicht, bei dem heutigen Stand der baskischen Lautgeschichte nicht immer möglich ist, liegt auf der Hand, eine Rechtfertigung zu geben muß anderer Gelegenheit überlassen bleiben.

Für die Anordnung erwies sich die rein alphabetische nach dem Grundworte als jetzt noch allein durchführbar. Der Grundsatz, den Diez seinerzeit befolgt hatte, ist heute nicht mehr möglich, bedingt übrigens ja auch einen gesonderten Wortindex. Wohl hätte man eine Sonderung vornehmen können nach lateinischen, gallischen, germanischen Elementen usw., aber wo ist die Grenze zu ziehen zwischen gallisch und lateinisch? Wer wird z. B., wenn er nicht mit lateinischer Sprach- und Wortgeschichte gut vertraut ist, carrus im gallischen Teile suchen? Oder man hätte, den Diezschen Gedanken weiter verfolgend, in der Art, wie A. Fick sein Vergleichendes Wörterbuch der indogermanischen Sprachen angelegt hat, gewisse Sprachareen schaffen und danach die Darstellungen richten können. Ich bezweifle, daß die Vorteile einer solchen Verteilung die Nachteile überwiegen, glaube aber auf alle Fälle, daß die Zeit hierfür noch nicht gekommen ist. Selbst im Rumänischen, dessen lateinischer Wortschatz so klein ist, bringen uns neue Mitteilungen aus Mundarten immer wieder versteckte lateinische Wörter, deren Vorhandensein man bisher kaum ahnte — in wieviel höherem Grade gilt dies von den anderen Sprachen! Andererseits ist namentlich die Durchforschung des älteren spanischen- Wortschatzes noch nicht soweit gediehen, daß man da, wo die gröbsten lautlichen Kriterien versagen, beurteilen könnte, was alles aus dem Französischen entlehnt ist, so daß man heute Gefahr läuft, Wörter als zum Grundstock des Spanischen gehörig oder als Beweise einer älteren spanisch-französischen Einheit zu verzeichnen, die weitere Forschung als Entlehnungen wird erkennen lassen. Vollends eine Anordnung nach Begriffsklassen müßte erst für den gesamten Wortschatz eines engeren Gebietes versucht werden und erprobt sein, bevor Sie auf ein SO weites angewendet werden kann.

Das Stichwort soll stets eine Form darstellen, die wirklich bestanden hat. Als Rekonstruktionen, als Substrate sind daher nur solche Wörter gegeben, die nicht innerhalb der romanischen Sonderentwickelung entstanden sein können. So kann it. avanzare, frz. avancer nicht aus it. avanti, frz. avant gewonnen sein, wohl aber ist von lat. abante eine Ableitung *abantiare möglich, also ist *abantiare vorromanisch. Von advenire wäre wohl ein *adventura möglich gewesen, aber die Bedeutungen der romanischen Wörter: it. aventura, frz. aventure, sp. ventura usw. weisen deutlich darauf hin, daß das Wort mit der höfischen Kultur von Frankreich aus in die andern romanischen Länder gelangt, also eine ganz junge französische Bildung ist. Daher habe ich *abantiare, nicht aber *adventura angesetzt. Häufig sind auch die romanischen Ableitungen nach Maßgabe ihrer Bedeutungen nicht direkte Fortsetzung der materiell sich mit ihnen deckenden Wörter. So heißt lat. advocare „einen als Sachverständigen berufen“, „einen Rechtsanwalt nehmen“ als objektives Verbum, wogegen it. avvocare bedeutet „jemanden vor Gericht vertreten“, sp. abogar, pg. advogar „Sachwalter sein“, letzteres also ausgesprochen subjektiv. Man wird kaum direkt von der einen zu der andern Verwendung von advocare gelangen können, muß vielmehr sagen, daß von advocatus „Sachwalter“ aus ein neues Verbum *advocare „Sachwalter sein“ gebildet wurde, das nicht als Fortsetzung des alten advocare gelten kann. In beiden Fällen, in der Frage des Alters von Ableitungen wie in der des Zusammenhanges zwischen lateinischer und romanischer Bildung, ist es oft unmöglich, eine sichere Entscheidung zu geben. Ich bin im ganzen sehr zurückhaltend gewesen oder, was dasselbe besagt, ich habe die romanische Selbständigkeit in der Wortbildung höher eingeschätzt, als es oft geschieht, glaube aber, daß damit kein Unheil angerichtet wird. Diese erschlossenen Formen sind mit * bezeichnet. Ihre Zahl verkleinert sich durch die Zusammenstellungen von J. Svennung, Wortstudien zu den spätlateinischen Oribasiusrezensionen, 1932. Zu solchen erschlossenen rechne ich nicht die aktiven Infinitive der Deponentien. Da diese ja vorromanisch aktiv geworden sind und es lediglich vom Zufall der Überlieferung abhängt, ob solche aktiven Formen belegt sind, für das Romanische aber die passive Form gar nicht in Betracht kommt, habe ich einen Hinweis darauf nicht für nötig gehalten.

Unter dem Stichworte sind die romanischen Vertreter im allgemeinen in der oben angegebenen Reihenfolge angeführt, die romanische Bedeutung wird nur dann gegeben, wenn sie von der des Stichwortes abweicht. Besondere Bedeutungen in den Mundarten folgen dann, durch; von den Grundformen getrennt. Bei den Ableitungen und Zusammensetzungen gilt eine Bedeutung für sämtliche ihr vorangehenden Formen.

Die Transkription ist eine möglichst einfache. Daß die schulgerechten Schreibungen der Schriftsprachen beibehalten, daß auch die Vereinfachungsversuche, die man seit längerer Zeit in Frankreich einzuführen versucht, nicht berücksichtigt werden, bedarf einer Rechtfertigung nicht. Auch für das Katalanische liegen ziemlich feste Normen vor, die durch eine phonetische Schreibung zu ersetzen ein Grund nicht vorhanden ist, für das Altprovenzalische habe ich mich an Levy, für das Neuprovenzalische im ganzen an Mistral, für das Engadinische im ganzen an Pallioppi gehalten mit ein paar Vereinfachungen, die leicht verständlich sind. Unverändert ist selbstverständlich auch alles geblieben, was aus alten Texten übernommen wurde. Dagegen war es untunlich, in den Mundarten alle die verschiedenen Systeme beizubehalten, die die jeweiligen Quellen boten; es galt eine Einheitlichkeit durchzuführen, die allerdings nicht alle für phonetische und phonologische Untersuchungen nötigen Feinheiten aufweisen konnte, die aber doch ein annähernd richtiges Bild bietet. Am schwersten ist es wohl, die Qualität des -e zu ermitteln; manches, was den Quellen gemäß als -e geschrieben wird, wäre vielleicht richtiger -e̥, manches, was als -e̥ erscheint, wird vielleicht überhaupt nicht gesprochen. Weiter ist es namentlich in Italien oft nicht zu erkennen, ob -s- stimmhaft oder stimmlos ist; auch ob s in Verbindung mit folgendem stimmhaften Konsonanten ebenfalls stimmhaft wird oder stimmlos bleibt (genauer wohl stimmlos einsetzt), wird gar häufig nicht verraten. Ungenauigkeiten oder gar Unrichtigkeiten in dieser Hinsicht tun aber dem eigentlichen Zweck des Ganzen keinen Abbruch und müssen als das kleinere Übel mit in Kauf genommen werden. Das Schwanken zwischen neueren und älteren Normen, wie es im Rumänischen, Katalanischen und Portugiesischen noch besteht, spiegelt sich auch hier wieder, da ich im ganzen mich an die jeweiligen Quellenwerke gehalten habe. Akzente habe ich bei den mundartlichen Wörtern im allgemeinen nur dann gesetzt, wenn der Ton auf der drittletzten Silbe ruht, und auch da nicht, wenn die vorletzte ein ist, da ja dieses nicht Tonträger Sein kann: neap. guoffe̥le̥ 6047, auf der vorletzten oder letzten nur bei zweifelhaften Fällen. Ungleichheiten oder Unterlassungen sind tunlichst im Wortverzeichnis gebessert. In der Setzung im Spanischen und im Katalanischen, in welch letzterem übrigens nicht volle Einigkeit herrscht, habe ich erst vom vierten Bogen an mich an die üblichen Regeln gehalten, beispielsweise die Wörter auf -ón im Spanischen zunächst ohne Bezeichnung gelassen. Die Quantitätsangaben der lateinischen Grundlagen habe ich nur soweit gegeben, als es für das Romanische von Wichtigkeit ist, also im Ganzen nur bei betonten Vokalen, bei -á- nur, wenn man über die Stellung des Tones im Zweifel sein kann, also nicht etwa bei -alis, da es ja kein -ălis gibt.

Das verwendete Zeichensystem ist das folgende:

, , o̜ u̜ : offen
, , , : geschlossen
: reduziert
ã usw. : nasaliert
, , ǵ, , ĺ, ñ : palatale Konsonanten
č, ǧ, š, ž : präpalatale Reibelaute
: postpalataler Reibelaut
þ, đ : interdentale Reibelaute
s : stimmlos
z : stimmhaft.

In den Literaturangaben bin ich stets bis auf Diez, nur selten hinter ihn zurückgegangen. Sonst war ich bemüht, die Stellen anzuführen, wo die mir richtig scheinende Etymologie zum erstenmal oder doch nach der Meinung dessen, der sie publizierte, zum erstenmal veröffentlicht worden ist, ferner die Stellen, an denen die Deutung weiter begründet und erläutert wird. Dagegen hielt ich es für überflüssig, überhaupt alle Stellen zu nennen, wo ein Wort besprochen wird, also z. B. im Italienischen jedesmal etwa auf Pieris Aufsatz über die „Omeotropi“ (AGlItal. XV, 131), beim Rumänischen auf Puşcarius etymologisches Wörterbuch, beim Französischen auf den Dict. Gén. oder auf Bezzolas „abbozzo“ oder auf Gamillscheg hinzuweisen. Die Zitate sollen vor allem die Möglichkeit weiterer Belehrung geben. Der Benutzer soll, wenn er sich schon die Mühe des Nachschlagens macht, auch wirklich etwas über das hinaus finden, was er im REW. vor sich sieht.

Sehr schwierig und natürlich wiederum sehr subjektiv gestaltet sich die Auswahl der abgelehnten Deutungen. Auch hier galt es zu unterscheiden. Zwar, wo jemand eine von ihm aufgestellte Etymologie selber zurückgenommen hat, habe ich sie nicht weiter erwähnt; daß die vielen Versuche nicht berufener Dilettanten einfach übergangen sind, wird niemand tadeln, aber auch unter dem, was die mit dem etymologischen Rüstzeug ihrer Zeit Versehenen vorgebracht haben, ist gar vieles, dessen Unhaltbarkeit heute eines Beweises nicht bedarf, das daher auch nicht weitergeschleppt zu werden verdient. Aber in zahlreichen anderen Fällen ist dem nicht so, oft verleiht der bloße Name ihres Urhebers einer Etymologie einen gewissen Grad von Sicherheit; Oft liegen die Einwände nicht auf der Hand, bestehen nur für den, der ein weiteres Gebiet übersieht, sind rein subjektiver Art. Hier war nun für die Aufnahme hauptsächlich maßgebend, wer jedesmal die Erklärung vorgebracht hat, ob es jemand ist, der wirklich als sachverständig bezeichnet werden kann. Ich hoffe, damit der Gerechtigkeit Genüge geleistet, vor allem auch den Schein vermieden zu haben., daß, was ich vortrage, das einzig mögliche sei und einer Rechtfertigung nicht bedürfe. Die Gründe für die Ablehnung finden ihren Ausdruck in kurzen Schlagworten, Wegweiser für diejenigen, welche die Sache weiterverfolgen, unter Umständen die Unrichtigkeit des von mir vertretenen Standpunktes dartun wollen. Aus Sainéans sourcesindigènes de l’étymologie française habe ich aufgenommen, was mir haltbar schien, stehe aber dem Buche weniger in seinen Grundgedanken als in seiner Ausführung im ganzen ablehnend gegenüber, Nicholsons recherches étymologiques romanes entfernen sich so stark von dem, was für mich die Grundlage aller etymologischen Forschung bildet, daß ich sie gar nicht angeführt habe.

Schließlich bleibt mir noch übrig, aller derer dankbar zu gedenken, die mich bei der Korrektur unterstützt haben: J . Haust, G. Moldenhauer, E. Richter, M. Rösler, für das Arabische P. Jensen, zeitweise auch M. Bartoli, V. Bertoldi, G. Ermecke, W. v. Wartburg, M. Rösler hat auch die Wortverzeichnisse S. 1151—1187 zusammengestellt.

Von Anzeigen, die Besserungen und Nachträge bringen, habe ich die folgenden zu Gesicht bekommen: A. Barth, Litbl. 54, 172; A. Dauzat, RPh. 43, 218; E. Gamillscheg, DLZ. 1930, 1894—1897; J . Haust, La philologie wallonne en 1930, 31—40; A. Meilet, BSLParis, 32, 113; F. Moll, BDLC. 16, 6—10; 50—56; M. Piehl, Biblos 8, 377—392; 9, 244—246; Puşcariu, DR. 7, 472—482; M. Regula, GGA. 1931, 317—324; 1932, 161—166; H. Rheinfelder, Arch. 161, 270—278; G. Bohlfs, IF. 49, 144, Arch. 160, 315—316; 161, 314; 162, 155; 313; 163, 152; 313; 164, 147; 309; 165, 149; M. Valkhoff, Museum, 1933, 40, 301; M. L. Wagner, Arch. 160, 238—239.

Und damit schließe ich, gleich so manchem mittelalterlichen Schreiberlein, mit den Worten

explicit DEO gratias amen.

Bonn, im Juli 1934.

W. Meyer-Lübke.

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